

Von einer Mülldeponie zur größten Palmensammlung Europas: 12 Hektar, über 600 Palmenarten, 3.000 Exemplare aus aller Welt - und unter Ihren Füßen liegt ein 40 Meter hoher ehemaliger Müllberg. Wasserfälle, tropische Seen, 360°-Atlantikblick vom Gipfel. Erwachsene 6 €.
Das Palmetum de Santa Cruz de Tenerife ist einer jener Orte, an denen die Realität die Fiktion übertrifft. Man spaziert zwischen Palmen aus der Karibik, Madagaskar, Australien und Asien, und unter den Füßen liegt buchstäblich ein 40 Meter hoher Müllberg. Die Deponie von Santa Cruz wurde 1983 geschlossen und hinterließ einen kahlen, übelriechenden Hügel an der Küste der Hauptstadt.
Anfang der 1990er Jahre schlug der Agraringenieur Manuel Caballero etwas Kühnes vor: diese Ödnis in einen botanischen Palmengarten zu verwandeln und dabei das subtropische Klima Teneriffas zu nutzen, das es ermöglicht, mehr tropische Pflanzen im Freien zu kultivieren als irgendwo sonst in Europa. Das Projekt begann 1995-1996 mit europäischen Fördermitteln (rund 4 Mio. €). Der Müll wurde mit fruchtbarer Erde bedeckt, ein Entgasungssystem mit Brunnen, Pumpen und Fackeln zur Methanverbrennung installiert, und Palmen wurden aus Samen gekeimt, die aus der ganzen Welt importiert wurden. Der Biologe Carlo Morici koordinierte die Sammlung in Zusammenarbeit mit botanischen Gärten in Kuba, Miami, Santo Domingo, Kew (London) und Sydney.
Das Palmetum wurde am 28. Januar 2014 für die Öffentlichkeit eröffnet, eingeweiht von den damaligen Prinzen von Asturien, dem heutigen Königspaar. Heute umfasst es 12 Hektar mit über 600 Palmenarten und 3.000 Exemplaren, aufgeteilt in biogeographische Sektionen: Karibik (die größte, mit einer der vollständigsten Sammlungen karibischer Palmen weltweit), Kanarische Inseln, Madagaskar, Afrika, Asien, Australien, Süd- und Mittelamerika, Neukaledonien, Maskarenen. Die höchsten Palmen im gesamten Garten sind Corypha utan aus der australischen Sektion.
Ein konkretes Beispiel für die Naturschutzarbeit: Coccothrinax borhidiana, vom Aussterben bedroht und nur auf Kuba vorkommend, ist hier mit 17 Exemplaren vertreten, die 1996 gekeimt wurden. Heute tragen sie in der karibischen Sektion Früchte, was bedeutet, dass der Garten die Art eigenständig vermehren kann.
Dann gibt es das Oktagon: eine halbunterirdische Struktur von 2.300 m² für die empfindlichsten Arten, darunter Kletterpalmen aus Mexiko. Im Museum am Eingang befinden sich über 1.000 ethnographische Objekte: Hüte, Besen, Blasrohre, Skulpturen und sogar ein Kanu aus dem peruanischen Amazonas, ausgehöhlt aus einem Palmenstamm. 72 Arten stehen auf der Roten Liste der IUCN, 14 sind vom Aussterben bedroht.
Das Palmetum ist zu 100% nachhaltig: ohne Pestizide, ohne chemische Dünger, bewässert mit recyceltem Stadtwasser. 2024, zum 10. Jahrestag der Eröffnung, brach der Garten seinen eigenen Rekord mit über 90.000 Besuchern. Ausgezeichnet vom spanischen Habitat-Komitee als Best Practice.
Gleiche Zufahrt wie zum Auditorio und Parque Marítimo: TF-1 (Süden) oder TF-5 (Norden) bis Avenida de la Constitución, 5.
Jede TITSA-Linie zum Intercambiador de Santa Cruz - 5 Minuten zu Fuß. Direktlinien: 110 (Süden), 102/103 (Puerto de la Cruz).
Mit dem Bus hierherGroßer kostenloser Parkplatz direkt vor dem Palmetum - gemeinsam mit dem Parque Marítimo genutzt. Leicht zu parken. Für Gruppenbusse: Parkplatz am Palmetum.
Zum Parkplatz navigierenDas Interessanteste am Palmetum sind nicht die Palmen selbst: es ist das, was UNTER Ihren Füßen liegt. An den angeschnittenen Hängen sieht man die Schicht fruchtbarer Erde (nur 1 Meter!) und darunter Müll. Die Deponie von Santa Cruz türmte diesen 40-Meter-Hügel bis 1983 auf. Heute ist es der größte Palmengarten Europas.
Laden Sie die kostenlose Palmetum-App VOR dem Eintritt herunter: sie funktioniert als Audioguide und ist deutlich besser als die Papierkarte (0,50 €). Nicht verpassen: Sektion Karibik (Kaskade aus Vulkangestein, weißer Sand, Kokospalmen und Königspalmen), Oktagon (seltenste Arten, Kletterpalmen aus Mexiko), Aussichtspunkt auf dem Gipfel (360 Grad: Atlantik, Calatravas Auditorio, Torres de Santa Cruz, Anaga-Massiv), Museum am Eingang (Kanu aus dem Amazonas, ausgehöhlt aus einem Palmenstamm!).
Das Palmetum ist der beste Ort in Santa Cruz zur Vogelbeobachtung: Waldohreulen nisten hier seit 2009. Empfohlenes Kombi: Twin Ticket mit dem Parque Marítimo für 10,50 €. Der gesamte Park ist zu 100% rollstuhlgerecht: Rampen und Aufzug. Führungen jeden Samstag um 10:30, Reservierung über palmetumtenerife.es.
Das Gelände namens El Lazareto. Anfang des 20. Jahrhunderts ein Krankenhaus für Infektionskrankheiten, danach Industrieanlagen. Von den 1970ern bis 1983: die städtische Mülldeponie von Santa Cruz, ein künstlicher 40-m-Hügel aus Abfall, kahl, mit Gasen und Gestank. Anfang der 1990er schlug Manuel Caballero (Agraringenieur) mit Zustimmung von César Manrique die Umwandlung in einen botanischen Palmengarten vor. Das Projekt begann 1995-1996 mit EU-Mitteln (rund 4 Mio. €). 1997-1999 wurden das Oktagon und die Wasserfälle gebaut. Direktoren: Caballero, Olcina, Amigó. Botaniker: Carlo Morici. 2007 wurde das Palmetum zu 100% ökologisch: ohne Pestizide, Bewässerung mit Recyclingwasser. 2009 nisteten erstmals Waldohreulen. Offizielle Eröffnung am 28. Januar 2014 durch die Prinzen von Asturien. Status als botanischer Garten 2015. 2024, zum 10. Jahrestag, Rekord mit über 90.000 Besuchern. Kandidat für den UN-Habitat-Preis.
Kostenloser Parkplatz → Palmetum (Eingang Nord, den Berg hinauf, 1,5-2 Std.) → hinunter zum Parque Marítimo (Twin-Ticket, Baden + Mittagessen, 2-3 Std.) → Castillo Negro (Außenbereich, 15 Min.) → Auditorio (Terrasse, 30 Min.). Alles zu Fuß, ohne das Auto zu bewegen. Der perfekte Tag in Santa Cruz.
Aussichtspunkt auf dem Gipfel des Palmetums: 360°-Panorama - der endlose Atlantik, Calatravas Auditorio, die Torres de Santa Cruz (die höchsten Wohngebäude der Kanaren), das Anaga-Massiv im Hintergrund und die gesamte Stadt. Der beste 'geheime' Aussichtspunkt von Santa Cruz.
Karibik-Sektion: der Wasserfall aus Vulkangestein, der in eine Lagune mit weißem Sand, Kokospalmen und Königspalmen fällt. Es sieht aus wie die echte Karibik - und Sie stehen auf einem Müllberg in einer europäischen Hauptstadt. Der Kontrast ist unglaublich.